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Thema: Crossover II

  1. #11
    *gelöscht*
    Pinhere (Gast)

    Standard Turan Log 5 SZ 2415,30.05.


    *** ch'Rihan, Zentrale des TalShiar ***

    Turan tr'Kaleh starrte mit brennenden Augen auf die Nachricht, die soeben auf seinen Bildschirm eingespielt wurde. Es war eine entsetzliche Nachricht, obwohl er genauestens gewußt hatte, DAS und WANN sie kommen musste. Aber vielleicht war sie gerade deshalb so entsetzlich........Er spielte mit dem Feuer; um die Flammen zu bekämpfen hatte er neue entfacht......
    Als er zu Ende gelesen hatte, gestattete er sich einen Moment der Entspannung, den ersten seit beinahe zwei Tagen, seit er auf dem Handelsposten die Ankunft der Besucher aus der Föderation beobachtet hatte und -- seit er vom Plan der Vaharan erfahren hatte, 'einzuschreiten'.

    Auf Kimaran, einer abgelegenen Kolonie, war einem seiner Agenten ein 'fetter Fisch ins Netz gegangen', wie der gute Admiral DeRaaf wohl bei dieser Gelegenheit bemerkt hätte: ein Funktionär des mysteriösen Ordens, der auf dem Rückweg von Unbekannt nach ch'Rihan gewesen war. Es war der erste Griff dieser Art überhaupt, und der TalShiar war demzufolge nicht gerade behutsam mit seinem Opfer umgegangen.
    Daran denkend bedauerte Turan erneut, daß nicht er selbst die Befragung hatte durchführen können. Vielleicht hätte er noch etwas über diesen fingierten Konflikt in Erfahrung bringen können, in den jene verbrecherische Organisation die Föderation und das Reich offenbar stürzen wollte -- wenn sie nicht ihre Pläne in dieser Beziehung geändert hatten, nachdem Teile des Plans ruchbar geworden waren.
    Turan ballte unbewusst die rechte Hand zur Faust. Leute wie die Vaharan und der Orden verdienten keine Rücksicht und kein Mitleid. Sie waren eine giftige verderbenbringende Pest, die ausgerottet werden musste!

    Der Vize-Direktor des TalShiar erhob sich, trat an seine verspiegelten Fenster aus speziellem Sicherheitsgeprüften Kristallglas und blickte auf den unter ihm liegenden Stadtbezirk hinab. Der Hauch eines Lächelns formte sich auf seinem harten Gesicht. Es galt seinem unsichtbaren Gegner auf der Seite des Ordens. Vielleicht bist du nicht so schlau, wie du glaubst, mein Freund.........Du hattest meinen Vorgänger bestochen, um ihn ruhig zu halten, und dieser Narr ließ sich an der Nase herumführen.....Aber ICH bin nicht Tr'Cretak! ...... Du hast diesen Föderationsarzt namens Tarabas angeworben, um ihn zu deiner Waffe zu machen, aber ICH habe die Waffen gehabt, diese Waffe zu neutralisieren........Du solltest auf der Hut sein, Unbekannter......."
    Er schritt wieder zurück zu seinem Schreibtisch und las noch einmal die Nachricht, die ihn erfreute und zugleich schauderte.

    Ein Terroranschlag, zu dem sich die Vaharan bekannt hatten, war auf das Anwesen der Familie Drevoux geführt worden. Laut offiziellen Meldungen war das Ziel sehr wahrscheinlich die eingetroffenen Gäste aus der Föderation gewesen. Glücklicherweise war niemand zu Schaden gekommen, und die materiellen Schäden erstreckten sich nur auf die Wirtschaftsgebäude im Südtrackt. '....Ein geradezu stümperhafter Akt seitens der Vaharan....' lautete der Kommentar eines Nachrichtensprechers. Und gleich im Anschluss mutmaßte er, daß die Terrororganisation offenbar ihre letzten Kräfte mobilisierte und es wohl nur noch eine Frage der Zeit sein könne, bis die Regierung sie zerschlagen habe......

    Eine Frage der Zeit, bis sie zerschlagen ist.......oh ja......... Turan deaktivierte den Bildschirm und öffnete eine Sprachverbindung in das Zimmer seines Mitarbeiters: "Sind sie schon zurück?"

    + Ie. Sie passieren soeben die zweite Sicherheitskontrolle, Rekkhai.+

    "Gut. Sie sollen mir sofort Bericht erstatten! -- Gibt es eine schon eine Meldung von der Einsatzgruppe, die diesen Tarabas beschattet?"

    Eine kurze Pause -- der Mitarbeiter prüfte die letzten eingegangenen Daten. + Negativ, Rekkhai. Tarabas trennte sich Standartzeit 8.50 von seinen Begleitern und ist seither in der Nähe des Anwesens s'Drevoux unterwegs. +

    "Konstante Subjektüberwachung aufrechterhalten! Schicken sie noch ein paar Leute aus der Abwehrabteilung. Eingriffsbefugnis Alpha!"

    + Zu Befehl. +

    Turan schloß die Verbindung. Einen Augenblick später traten vier Rihannsu in sein Büro und entledigten sich der Kapuzenumhänge, die sie getragen hatten. Die Männer, die Tarabas bei der Iniziierung seines Terroraktes begleitet hatten, die Männer, die ein Journalist als 'miserable Schützen' und 'letztes Aufgebot' qualifiziert hatte.....Ausgebildete Scharfschützen alle vier.......
    Turan lächelte. Sei auf der Hut, Unbekannter.....

    --------

    Turan tr'Kaleh,
    Kre'enriov des TalShiar


    (Morgen folgt ein Log für Captain Sareth. Charlie schreibt am Sonntag.)

  2. #12
    Tarek Tahlev
    Pinhere (Gast)

    Standard

    =A= Irgendwo auf ch'Rihan =A=

    Er hatte es gewusst das sie Ihn wegen seiner Vergangenheit bald verhaften würden und trotzdem kehrte er nach ch'Rihan zurück. Immerhin fing damals alles in dieser verdammten Ecke des Rihannschen Imperiums an.
    Nur verstehen konnte er es nicht. Seit dem "Unfall" wie es der Öffentlichkeit preisgegeben wurde war für Ihn nichts mehr wie es einmal war. Aus einem Jäger wurde ein Gejagter. Früher war er eine Art Kopfgeldjäger und nun saß man ihm im Nacken. Die Justiz würde sich freuen ihn endlich vor den Richter ziehen zu können. Was konnte er dafür, dass sich plötzlich der Plan seines letzten Opfers in letzter Minute änderte und anstatt dem Opfer das Quartier plötzlich von hochrangigen Adligen und deren Familien fast schon aus den Nähten zu platzen drohte ? Platzen war wohl der richtige Ausdruck denn als die Bombe, die für einen Spitzel des SIA bestimmt war, der Hass auf die Sternenflotte loderte in ihm wieder auf, explodierte blieb von den ungewollten Opfern kaum mehr etwas übrig was eine Identifizierung ermöglichte. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt stets mit Präzison gearbeitet und war nie auf den Gedanken gekommen das ihn irgendwann ein Informant verraten könnte. Bei diesem Fall lief es aber anders und plötzlich war sein einstiges Ansehen mit einem Schlag ausgelöscht.
    Er saß in einem dunklen Zimmer als die Tür aufsprang und uniformierte in sein Zimmer strömten und die Waffen auf ihn richteten. "Ich habe sie früher erwartet," warf er dem erstbesten entgegen und erntete dafür einen Schlag der ihm das Bewusstsein nahm...
    Als er kurze oder lange Zeit später in einer dunklen Zelle wieder aufwachte, schloß er bereits mit seinem Leben ab der Gedanke allerdings an die Rache an seinen Peinigern und an allem "Gutem" in diesem Universum brachte sein Blut zum kochen und das Gefühl gab ihm neue Kraft und neuen Lebensmut. Wenn sie ihn schon töten wollten (eine Hinrichtung, nichts anderes erwartete er) dann würde er nicht der einzige sein, der die ewige Reise antreten würde. Und auf seinem Gesicht erschien wieder sein markantes kaltes Lächeln, welches seine Opfer immer erst im letzten Moment sahen und seine ganze Bosartigkeit erfüllte die enge Zelle...

  3. #13
    Hfai

    Registriert seit
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    55
    Deine Star Trek Spezies/Allianz

    Standard

    `\/´ Anwesen des Hauses s’Drevoux, Quartier von Captain Sareth t’Khellian


    Eisn war bereits hinter dem Horizont verschwunden und die Nacht war angebrochen. Die Sklavin Irhaih t’Vhientrah schlich auf völlig ungewohnte Weise durch das Anwesen, welches ihr seit einigen Jahren vertraut war. Ihr Herz pochte ihr bis zum Hals und das nicht ohne Grund, wie sie sich ehrlich selbst eingestand. Wenn man sie bei dem, was sie vorhatte, erwischte, war ihr der Tod gewiss.
    Alter Zorn flackerte wieder in ihr auf, als sie an die Ursache dieser Aktion dachte. Irhaih war früher Sklavin eines anderen Hauses gewesen, des Hauses s’Hrfolh. Dort war sie groß geworden und relativ glücklich gewesen, so glücklich eine Sklavin eben sein konnte. Doch das Auftauchen eines jungen Rihanha hatte ihr den Kopf verdreht. Er war Gast von tr’Hrfolh gewesen. Später hatte sie erfahren, dass er Llaugh im Haus s’Drevoux war. Auch erfuhr sie, dass auch er ihre Gegenwart während seines Besuches bei tr’Hrfolh genossen hatte, denn er flüsterte es ihr mehr als einmal zärtlich in ihr Ohr. Schließlich arrangierte dieser Llaugh den Verkauf Irhaihs von s’Hrfolh an s’Drevoux, um sie für immer bei sich zu haben. Er versprach ihr die Freiheit und ein gemeinsames Leben … bis er eine andere Sklavin kennen lernte und ihr dasselbe versprach. Irhaihs Wut schlug in Hass und schließlich in Resignation um, als sie merkte, dass eine betrogene Sklavin keine Möglichkeit hatte, sich zu rächen. Bis schließlich ein fremder Mann eines Tages während ihres wöchentlichen Einkaufs an sie herantrat und ihr eine große Summe Geld für eine Aktion bot, die s’Drevoux (und damit auch dessen verhassten Llaugh) großen Schaden zufügen konnte…
    Irhaih kam schließlich in den Gästeflügel, wo Captain t’Khellian und ihre Begleiter untergebracht waren. Sie öffnete leise die Tür zum Schlafgemach der Captain und horchte. Doch bis auf leise, regelmäßige Atemgeräusche der Halbrihanha hörte sie nichts. Lautlos seufzend glitt sie in den Wohnraum und zog einen kleinen, hölzernen Zylinder aus ihrem Gewand. Mit großer Sorgfalt deponierte sie ihn unauffällig in einer Ecke des Raumes und öffnete den Verschluss des Behälters, ohne jedoch die Klappe zurück zu schlagen. Danach eilte sie mit leicht ängstlichem Blick aus dem Raum und hoffte, dass man sie nicht erwischen würde.

    Die Tür schloss sich hinter ihr und für einen Moment war es ganz still. Dann jedoch war ein leises Summen zu vernehmen, welches aus dem Behälter zu kommen schien. Das Summen nahm eine höhere Frequenz an und plötzlich klappte der Deckel an der Oberseite des Zylinders auf. Ein violettes Nei’rrh-Weibchen, gerade mal fünf Zentimeter groß, schoss aus dem Behälter und blieb summend in der Luft stehen. Die winzigen Flügel schlugen so schnell, dass man sie kaum sehen konnte, während sich das Tier seine neue Umgebung anschaute. Sie war von ihren Eiern getrennt worden und daher zornig und aggressiv. Ihr Kopf ruckte Richtung Schlafraum, wo sie die leisen Atemgeräusche von Sareth und noch einer Person vernahm. Blitzschnell, wie eine Pfeilspitze, schoss das Nei’rrh-Weibchen in den Schlafraum. Dort erblickte sie Sareth, die unruhig zu schlafen schien, denn sie wälzte sich hin und her. Der kleine Vogel öffnete kurz seinen Schnabel und sein Giftdorn am Oberkiefer war kurz sichtbar. Gerade wollte das Weibchen auf Sareth zufliegen, als ein neues Geräusch im Schlafzimmer zu hören war. Ein zweites Atemgeräusch! Es kam von einer kleinen Wiege neben dem Bett. Das Nei’rrh-Weibchen drehte in der Luft ab und flog auf die Wiege zu, wo sie Sareths kleinen Jungen sah, der erstaunlicherweise wach zu sein schien. Er lächelte den hübschen Vogel an, dessen Aggression nicht erkennend, als er mit geöffnetem Schnabel und entblößtem Giftdorn auf das Baby zuflog…


    `\/´ Anwesen des Hauses s’Strobar


    Kovar saß diesen Abend alleine vor dem Kamin, sich still über seine neuesten Schachzüge freuend. Sein geliebter Pensho lag neben seinem Sessel und Kovars Hand kraulte ihn verträumt. Captain t’Khellian würde sicherlich nicht mehr lange Leben. Ihr Tod würde die Spannungen zwischen Reich und Föderation weiter erhöhen und im Senat den Konservativen in die Hände spielen. Zusammen mit Kovars zweitem Schachzug würde das dem Haus s’Strobar mehr Macht einbringen, als es je gehabt hatte.
    Sein zweiter Schachzug - der von ihm manipulierte Trarl-Stratege Goran Husbak, welcher an der Übermorgen stattfindenden Zeremonie teilnehmen würde, war der Schlüssel dazu. Auch die Gäste aus der Föderation waren dazu eingeladen, doch Kovar bezweifelte, ob einige von ihnen dann noch in der Lage dazu waren, daran teilzunehmen.


    `\/´ Irgendwo in den Gassen von Ra’tleihfi


    Am nächsten Morgen wurde die Leiche einer jungen Rihanha gefunden. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass es sich um Irhaih t’Vietrah, eine Sklavin aus dem haus s’Drevoux handelte. Irgendwelche Zusammenhänge mit den nächtlichen Ereignissen auf dem Anwesen s’Drevoux wurden nicht gänzlich ausgeschlossen.

    `\/´ Senatsgebäude, Büro von Senator tr’Strobar


    Pailus, ewig loyaler Privatsekretär von Kovar, betrat das Büro. „Guten Morgen, Rekkhai. Ich hoffe, sie hatten eine angenehme Nacht.“
    Kovars Augen blitzten kurz spöttisch auf. „Ie, die hatte ich. Bestimmt im Gegensatz zu einigen anderen auf ch’Rihan. Gibt es schon Meldungen über s’Drevoux?“
    „Nein, Rekkhai. Bei s’Drevoux und dem Thema "letzte Nacht" hält man sich bisher bedeckt.“
    „Merkwürdig. Wenn Sareth, ein Captain der Föderation, tot wäre, so hätte man das doch bestimmt an die große Glocke gehängt…“
    „Vielleicht hat man Angst vor der Reaktion der Föderation?“
    „Möglich, aber nicht wahrscheinlich.“ Erst jetzt bemerkte Kovar, dass Pailus ein PADD in der Hand hielt. „Gibt es noch etwas?“
    „Ie, Rekkhai. Ich habe einen Tip von einem uns ergebenen Richter erhalten.“ Er reichte dem Senator das PADD. Dieser las es und wölbte die Augenbrauen. Tarek Tahlev … er scheint über gute bis exzellente Fähigkeiten zu verfügen. Aber ihn erwartet die Todesstrafe.“ Kovar dachte kurz nach. Seit geraumer Zeit war er auf der Suche nach einem fähigen Rianov für sein Haus. Die bevorstehenden Ereignisse machten einen solchen einfach unabkömmlich. Er traf eine Entscheidung. „Teilen sie unserem Freund bei der Justiz mit, dass ich seine Schuld als getilgt ansehe. Er soll die Anklage fallen lassen und die Akte vernichten. Bringen sie diesen Tarek Tahlev zu mir.“
    Pailus verbeugte sich. „Ie, Rekkhai.“




    [NRPG: Wenn Du willst, kannst Du unsere erste Begegnung schreiben, Tarek. ]
    Kovar i-Ainama tr'Strobar

    Hru'hfirh s'Strobar
    Deihu

  4. #14
    Charlie McGregor
    Pinhere (Gast)

    CR-LOG 2 CSO-Saipan 2415.01.06.

    Das fing ja gut an! Kaum setzte ich meinen Fuß auf diesen seltsamen Planeten, als schon jemand, wenn auch recht dilletantisch, versuchte, mir an meinen Skalp zu gehen. Etwas, wogegen ich in jeder Hinsicht allergisch war.
    Schließlich hatte ich vor, meinen roten Schopf noch eine Weile durch dieses Universum zu tragen.
    Außerdem konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, wer ein gesteigertes Interesse daran haben konnte, uns aus dem Wege zu räumen. Und das schon, bevor wir überhaupt jemandem begegnet waren.

    Ich konnte mir zwar vorstellen, daß unser guter Admiral DeRaaf etwas mehr wissen müßte, aber selbiger hüllte sich in beredtes Schweigen. Allerdings verriet dieses mehr, als viele Worte es gekonnt hätten.
    Also schien es jemanden, (oder sollte es gar eine ganze Organisation sein?) zu geben, der in nicht geringem Maße etwas dagegen hatte, daß es zu Kontakten zwischen uns und den Einheimischen kam. Aus welchen Gründen auch immer!
    Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, daß, wenn man mal von DeRaaf absah, irgendeiner von uns derart wichtig sein konnte, einen riesigen Knaatsch mit der Föderation heraufzubeschwören.
    Und doch schien und mußte es so sein!

    Ich beschloß, von nun an mit etwas offeneren Augen durch diese Landschaft zu laufen. Vor allem mit Rücksicht auf Sareth und den Kleinen! Denen durfte ja nun auf gar keinen Fall etwas passieren.

    Aus einem kleinen Köfferchen, das ich mitführte, weil es so allerlei Dinge enthielt, die man als Wissenschaftler nun mal so brauchte, entnahm ich ein winziges Gerät. Ein Wunder der Miniatusrisierung. Es war eine Art Warner. Er scannte seine Umgebung auf Dinge, die in seinem Sicherheitsprogramm nicht vermerkt waren. Fremde Wesen, Geräusche oder Chemikalien etc.
    Dann entnahm ich diesem Köfferchen, das, Allah sei Dank, als Diplomaten-Gepäck durchgegangen war, noch ein kleines Gegenstück, das ich bei mir am Leibe trug.
    Außerdem war den Kontrollen am Raumhafen ein etwa 60 cm langes Zeremonial-Schwert entgangen, das zur Uniform eines echten Schotten gehörte, wenn er bei Feierlichkeiten einen Kilt (Schottenrock) trug. Außerdem noch ein winziges, etwa 20 cm langes, Strumpfmesser, das man an der Innenseite der rechten Wade im Strumpf trug, wenn man in Friedenszeiten war, an der Außenseite, wenn es in den Kampf ging.
    Da beide Waffen Zeremonien-Dolche waren und sich in meinem traditionellen Gewand-Behälter befanden, waren sie wohl durchgegangen bei den Kontrollen, obwohl diese eigentlich doch recht scharf ausgefallen waren. Und das war auch gut so, denn irgendwie fand ich es nicht so wirklich berauschend, einem potentiellen Attentäter so ganz mit bloßen Händen entgegentreten zu müssen. Allerding würden diese archaischen Waffen wohl kaum Schutz bieten gegen irgendwelche High-Tech-Teile, die man ja wohl auch in dieser Welt kannte. Denn so wirklich schien man auch auf diesem Planeten nicht mehr in der Steinzeit zu leben.

    In einem unbeobachteten Moment, was ziemlich schwierig war, da immer irgendeiner der zahlreichen Sklaven in der Nähe war, verdrückte ich mich in die Kemenate, die man Sareth und ihrem Kind zugewiesen hatte, und legte den Sensor unter das Bettchen des Kleinen. Ich aktivierte das Teil und verschwand, wobei ich fast einer großgewachsenen Sklavin in die Arme gelaufen wäre.
    Ich hätte ja gerne bei Sareth selbst übernachtet, aber die puritanischen Sitten auf diesem Globus sahen es gar nicht gerne, wenn jemand mit einer Dame zusammenschlief, mit der man erstens nicht verheiratet war, und die obendrein auch noch aus einem der vornehmsten Häuser stammte.
    Männo, Leute! In welchen Zeiten lebten wir eigentlich? Schrieben wir nicht gerade das 25.Jahrhundert? Überhaupt erschien mir hier vieles eher im finstersten Mittelalter angesiedelt zu sein, als in der Gegenwart! Vor allem die weite Verbreitung der Sklaverei war ja wohl ein Anachronismus hoch zehn! Man sollte endlich eine galaktische Konvention ausarbeiten, in der der Besitz von intelligenten Wesen strickt untersagt würde!
    Wie kam jemand dazu, einen anderen kaufen und verkaufen zu können, als ob er ein altes Handtuch sei. Oder eine Kuh oder ein Pferd? Nun ja. Dieses Thema hatte alle Kulturen der Erde schließlich über viele Jahrhunderte hin beschäftigt. Und Aufstände der Unterdrückten waren Legion.
    Aber gerade jetzt nervten mich diese altertümlichen Denkweisen besonders. Schließlich ging es um Leben und Tod zweier Menschen, die mir mehr als nur ein wenig nahe standen!
    Aber als Wissenschaftler mußte man sich halt zu helfen wissen.

    Es kam die Zeit, an der man sich hierzulande zur Ruhe zu begeben hatte.
    Vorher sollte noch ein Besuch im Badehaus stattfinden, wo sich alle Männer des Hauses zu einem Plausch trafen. Leider nicht zusammen mit den Damen.
    Allerdings ging die Trennung zwischen Männlein und Weiblein nicht so weit, daß etwa auch recht feminine Sklavinnen verboten seien! Nein! Deren Anwesenheit schien den Männern hier recht angenehm zu sein. Lies man sich doch gerne von selbigen Getränke reichen, einseifen und massieren. Und die Bekleidung dieser Badedamen ließ doch recht zu wünschen übrig! Und nach Wunsch hätte sich der Service wohl auch noch beliebig erweitern lassen. Das war mir klar, da die Dame, die mir zugeteilt war, eindeutige Avancen machte.
    Man durfte und konnte feststellen, daß die öffentlich zur Schau gestellte Moral, ganz wie auf Terra, auch nicht das war, was man vorgab, wenn nicht so viele Augen zuschauten.
    Ich fragte mich nur, ob die Damenwelt dieses Planeten wußte, was eigentlich so in den Badehäusern der Männer abging. Oder sollte es etwa in den Frauen-Etablissements ähnlich zu und her gehen?
    Dazu mußte ich unbedingt mal Sareth befragen. Sofern sie mir denn darauf Rede und Antwort stehen würde.
    Gut. Ich mußte ja zugeben, daß mir früher die Anwesenheit solch williger schöner Wesen nicht auf den Wecker gegangen wäre. Aber erstens taten diese den Job nicht freiwillig, und zweitens hatte ich jetzt Sareth. Und ich liebte diese Frau von ganzem Herzen. Also gehörten diese wilden Ereignisse von nun an einer entfernten Vergangenheit an.

    Schließlich hatte die Baderei ein Ende. Ich schützte irgendeinen fadenscheinigen Grund vor, mich in meine Gemächer zu begeben und schloß die Tür. Leider waren es etwa 50 Meter bis zu den Zimmern Sareths. Verdammt lange 50 Meter! Aber ich konnte mich ja wohl unmöglich auf einer Matraze vor ihre Tür legen! Obwohl ich das ja liebend gerne getan hätte. Wieso mußten diese schrecklichen Gemäuer auch derart weitläufig sein? War doch sowieso ungemütlich bis zum Geht-nicht-mehr!
    Es ging doch nichts über winzige Hütten, in denen man dicht zusammen leben konnte und mußte!

    Ich hatte keinen Alkohol angerührt mit der Begründung, ich müsse in den nächsten Tagen klar bei Kopfe bleiben, da ich noch an meinem Vortrag feilen müsse. Denn schließlich hing ja einiges davon ab, ob man meine Rede gut finden würde oder nicht. Schließlich sollten die Beziehungen zwischen der Föderations-Akademie der Wissenschaften und dem wissenschaftlichen Rat der Romulaner erheblich verbessert und intensiviert werden.

    Ich fiel in einen unruhigen Schlaf. Immerwieder mußte ich an das Attentat denken. Wir waren zwar nicht unmittelbar gefärdet gewesen, aber ja nur deswegen, weil die Täter einfach Stümper gewesen waren.
    Es mochte etwa 2 Uhr morgens Ortszeit sein, als mich das leise Piepen meines Warn-Gerätes weckte. Ich stellte das Mikrophon auf volle Verstärkung. Zunächst war deutlich das Öffnen einer Tür zu hören. Dann leise Schrittchen, die eindeutig von einer Frau stammten. Auf Zehenspitzen!
    Ich war hellwach. Handelte es sich um Sareth, die auf die Toilette mußte und den Kleinen nicht stören wollte?
    Eindeutig nein! Etwas wurde auf den Boden gestellt. Ein Riegel zurückgeschoben. Dann verließ die Person wieder das Zimmer.
    Scheibenkleister! Jemand war in das Zimmer eingedrungen! Und das bedeutete mit Sicherheit nichts Gutes, denn dieser Jemand konnte nicht Sareth sein! Schließlich konnte ich die ruhigen Atemzüge meiner Geliebten und ihres Söhnchens deutlich vernehmen.

    Ich sprang von dem Diwan auf und griff mir das Zeremonien-Schwert, welches rasiermesser-scharf geschliffen war. Irgendwie fühlte es sich beruhigend an.
    Plötzlich übertrug mir das Empfangsgerät ein seltsamen Schwirren. Ähnlich dem einer irdischen Hummel. Was konnte das sein? Aber ich konnte drauf schwören, daß es nichts Gutes war!

    Ich hastete über den Flur. Ich glaube, ich bin noch nie in meinem Leben so gerannt, wie jetzt. Sicherlich hätte ich einige Rekorde gebrochen, wenn es denn eine ofizielle Messung dieses Kurzstrecken-Laufes gegeben hätte.
    Ich riß die Tür auf. Im Halbschimmer einer winzigen Lampe erkannte ich zunächst einmal gar nichts. Ich sah zum Bett von Sareth hinüber, wo sie friedlich in Morpheus Armen lag und einen schönen Traum zu haben schien, wenn man ihrem Gesichtsausdruck glauben konnte.
    Dann aber hörte ich das Sirren. Es kam vom Bettchen des Kleinen her. Blitzartig sprang ich rüber, nur um zu sehen, wie ein winziger Vogel, ähnlich einem irdischen Kolibri, direkt über dem Gesichtchen des Jungen schwebte. Der Schlag seiner Flügel erzeugte das Summen.
    Ich wäre fast über den Korb gestolpert, der eindeutig dieses Tier beherbergt hatte.
    Plötzlich fielen mir die Geschichten ein, die man erzählte. Die Viehcher wurden als Mordwaffe eingesetzt! Ne'Rhis oder so ähnlich!
    Und das Übelste war: Der Kleine war wach und griff mit seinen Patschhändchen nach diesem Mistding!
    Und noch bemerkenswerter war, daß dieses Teil nicht zustach! Gott sei Dank nicht!
    Ich verdrängte diese Tatsache. Was sollte es auch nutzen, sich darüber Gedanken zu machen, denn dieses niedliche Vögelchen war schließlich eine tödliche Waffe!
    Als das Baby seine Händchen mal für einen kurzen Moment nach unten nahm schlug ich zu. Das superscharfe Metall des Schwertes trennte diesen Vogel in zwei Hälften. Wow! Wußte gar nicht, daß ich so gut war! Das Bat'Leth-Training mit Stefanie war wohl doch nicht ganz spurlos an mir vorrüber gegangen!

    Jetzt erst begann ich wirklich zu realisieren, was eigentlich passiert war: Irgend jemand hatte diesen Piepmatz in Sareths Bude ausgesetzt. Ganz eindeutig mit dem Vorsatz, sie und das Baby zu ermorden!
    Verdammter Mist! DeRaaf würde mir ein paar Fragen beantworten müssen. Schließlich hätte ich schon gerne gewußt, wer meiner Süßen an ihr hübsches Leder wollte!

    Ich setzte mich auf eine Art Chaiselong und atmete erst einmal tief durch. Sareth schlief immer noch. Und auch das Baby hatte jetzt seine Äugelchen geschlossen, da das hübsche Spielzeug nicht mehr da war.
    Ich packte die Reste des Vogels in den Käfig und verlies leise das Zimmer, nicht ohne den Sensor auf noch größere Schärfe gestellt zu haben.
    Das konnte ja ein netter Aufenthalt werden, wenn das so weiterging!

  5. #15
    Ssianha
    Pinhere (Gast)

    Standard Log 8 | Ens. Tarabas

    Tarabas verbrachte die ganze Nacht, im Scheine des Mondes damit, das Grundstück sogut es ihm nur möglich war, zu inspizieren. Noch war ihm nicht wirklich eine Idee gekommen, wie er diese verfluchte Brut würde auslöschen und seinen Auftraggeber zufrieden stellen. Es war aber sein Vorteil, dass niemand wusste, dass der Orden von der Brachialgewalt zu anderen Methoden überging, und dass er, der doch eigentlich mit dem Captain bekannt war, derjenige welcher sein würde, der ihrem Leben nun endgültig ein Ende setzen würde. Tarabas lächelte unmerklich im silbrigen Mondlicht. Langsam aber sicher fand auch er sein Vergnügen an diesen Intrigen. Stunde um Stunde brachte er damit, sich sämtliche Einzelheiten dieses Anwesens in sein Gedächtnis einzubrennen. Aber eine scheinbar unbedeutende Kleinigkeit entging seinem messerscharfem Verstande: Es hatte sich bereits jemand im Gebäude selbst ans Werk gemacht, Tarabas' Mission zu erfüllen.

    Plötzlich hörte er wieder dieses Knacken brechenden Unterholzes. Paranoia oder bestand doch Veranlassung zur Sorge? Aufmerksam blickte er sich um, doch vermochte sein bloßes Auge nichts zu erfassen. Wie hilfreich wäre doch jetzt das von ihm eigentlich so verhasste technische Equipment. Aber er würde es auch schon so schaffen, immerhin war er unter solchen und noch schlechteren Bedingungen herangewachsen.

    Unaufhaltsam verflüchtigte sich die schützende Nacht, vertrieben von einer blutroten Sonne, die einen neuen Tag einleitete. Eiligst suchte der junge Mann sich wieder im tiefen Gestrüpp zu verbergen. Aber jetzt bemerkte er, dass in der vergangenen Nacht etwas vorgefallen sein musste. Wachpersonal zog durch die weitreichenden Anlagen, untersuchte jede Verdächtigkeit. Enger, immer enger kauerte sich der junge Mann an den dicken Stamm eines ihm unbekannten Baumes.

    Jetzt, in diesem Augenblick traten zwei der Sucher genau unter sein Versteck. Ob sie ahnten dass er sich genau über ihn befand? Suchten sie überhaupt ihn oder war noch etwas anderes vorgefallen? Tarabas überlegte sogar einen kurzen Augenblick, ob er die beiden nicht ausschalten und sich von einem dieser Typen die Uniform überziehen sollte. Immerhin würde er sich so freier bewegen können. Was hatte er denn schon groß zu verlieren? Sein Leben hatte er bereits verwirkt, würde er hier versagen, warum dann also nicht ehrenhaft im Kampfe sterben?!

    Tarabas richtete sich ein wenig auf, beobachtete die beiden Männer mit wachsamen Blicke. Und dann.... geschmeidig wie ein Leopard sprang er der Erde entgegen, völlig überraschend einem der Romulaner auf den Rücken. Der Überraschungsmoment stand auf seiner Seite. Sein Opfer war nicht einmal mehr fähig auch nur ein Wort zu sagen, als er schon bewusstlos danieder lag. Der andere war jedoch gewarnt. Seine Bewegungen waren elegant und zielsicher, keine leichte Aufgabe für den kleinen irren Doc, der eigentlich gar nicht mehr Herr seiner Sinne war. Doch ihm glückte das Unfassbare - er besiegte den erfahrenen Kämpfer und schickte auch ihn ins Land der Träume. Ob heute vielleicht doch mal einer seiner viel zu raren Glückstage war? Schien beinahe so, denn er passte sogar in eine der Wachuniform. Tarabas betrachtete sich so gut es ging, seine eitle Seite meldete sich nun auch mal zu Worte, auch wenn es wohl der unpassendste Augenblick überhaupt war.

    Unverhofft drangen wieder Schritte an sein Ohr. Was tun? Wohin mit den echten, bewusstlosen Wachen? Aber Not machte ja bekanntlich erfinderisch, als nichts wie die andere Uniform zerschnitten, die Herren gefesselt und weitestgehend im Gebüsch versteckt. Suchte man nicht nach ihnen, würde wohl niemand so schnell auf sie aufmerksam werden. Für einen kurzen Augenblick gestattete er sich ein Gefühl des Stolzes, bevor er seine schauspielerische Seite ausgrub und sich der anderen Gruppe anschloss. Aber denen schien irgendwas an Tarabas nicht zu gefallen. Nun ja... war ja auch nicht verwunderlich - ein unbekannter Mensch in der Wachuniform einer hochstehenden romulanischen Familie?! Etwas sonderbar war dies gewiss. Aber klein Tarabas war gar nicht dumm, erzählte irgend etwas davon, dass er von weit her gereist sei, ein Heimatloser war, der hier eine Anstellung gefunden hatte. Ob sie das wohl schluckten? Tarabas war sich nicht völlig sicher, aber zumindest taten sie so. Nun also hatte er eine weitere Hürde genommen. Von nun an konnte er sich beinahe frei bewegen und sich, darauf berufen er sei neu und kenne den Weg nicht, überall mal ein wenig umsehen.

    Fragte sich aber letztendlich nur, ob dieser Betrug lange genugt unentdeckt bleiben würde, um seinen Auftrag zu einem für ihn positiven Ergebnis zu führen.


    Tbc...

  6. #16
    *gelöscht*
    Pinhere (Gast)

    Standard Crossover / Cpt. t'Khellian Log 5



    *** ch'Rihan, Anwesen der Familie Drevoux ***

    Eigentlich hatten wir heute bereits die Gästewohnungen im Haus meiner Familie, der s'Khellian, beziehen sollen, doch die unerwarteten und unfreundlichen Ereignisse der letzten Stunden hatten uns diese Pläne ändern lassen.
    Entgegen auch der Absicht unserer Gastgeber, mit uns heute morgen einen Ausflug in den nahegelegenen Naturpark zu unternehmen, um uns einige der Schönheiten ihrer Heimat zu zeigen, saßen Charlie, Joulesh und ich -- Admiral DeRaaf hatte sich noch kurz zuvor mit einer dringlichen Angelegenheit entschuldigt; und daß, wo ich auch von ihm etwas Aufklärung über die politische Lage hier hoffte! -- mit meiner Cousine und Senator Khaiell beisammen und besprachen das Geschehene und die zu erfolgenden Reaktionen.

    Ich blickte meine Cousine an, die der Laune meines Großvaters zufolge den gleichen Namen wie ich trug, und war wieder über die Ähnlichkeit erstaunt. Sie war etwas größer als ich, ihre Hautfarbe war etwas dunkler und die Augenbrauen hatten einen kühneren Schwung -- ansonsten hätte man uns wohl gut für Schwestern halten können. Gestern bei unserem Empfang auf dem Landeplatz war mir nicht entgangen, wie verwundert sie und die übrigen Mitglieder der Willkommens-Abordnung waren, daß ich und meine Begleiter uns im rihannischen Zeremoniell bewandert erwiesen.....
    Während des Abendessens war die Stimmung eher kühl und von korrekter Höflichkeit geprägt gewesen. Das, was unsere beiden Kulturen unterschied, und für die jeweils anderen doch ganz selbstverständlich war, schien uns, schien mich von meiner Familie jetzt mehr denn je zu trennen. Wäre da nicht mein kleiner Sohn gewesen und sein fröhliches Lachen, das noch nichts von der Welt und ihren 'zivilisatorischen' Spaltungen ahnte!

    Im Gegensatz zu dem Piloten, der uns hierher geflogen hatte, war meine Cousine ganz angetan von Hdaen. Ich hatte aber auch die Traurigkeit in ihren Augen bemerkt, wenn sie das Kind ansah....So auch jetzt wieder, als sie sprach:
    ".......ein unglücklicher Unfall ist vollkommen ausgeschlossen, Riov Sareth. Diese Vögel sind kein Spielzeug und kein Haustier. Sie sind tödliche Werkzeuge, Mordwerkzeuge. Wer auch immer dies..." Sie deutete auf den Vogelkorb, den Charlie auf den Tisch plaziert hatte, "...hierhereingebracht hat, wollte töten."

    "Und damit einen.......Konflikt mit der Föderation heraufbeschwören?" Lieutenant Joulesh schüttelte fassungslos den Kopf und betrachtete Hdaen. Der Gedanke, daß die kleinen Kinderhände vor wenigen Stunden mit einem totbringenden Vogel gespielt hatten, erschauderte ihn offensichtlich. Seine Begeisterung, Land und Leute von ch'Rihan kennenzulernen, war wie weggeblasen.

    "Mein Audioabtaster hat die Schritte einer Frau aufgezeichnet." sagte Charlie. "Und heute morgen hat man eine Ihrer Sklavinnen in der Stadt tot aufgefunden. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß zwischen beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht? Ich meine........es sieht mir danach aus, als ob jemand eine lästige Mitwisserin aus dem Wege räumen wollte."

    Senator Khaiell runzelte die Stirn. Es mißviel ihm, daß seine Gäste derartiges miterleben mussten, weniger um der Gäste selbst willen, als mit Rücksicht auf das Ansehen seines Hauses und das Wohlergehen seiner Gemahlin, die sich gerade wieder erholt hatte. Es schien sich ein altes Sprichwort zu bewahrheiten: 'Ein Unglück hat schon seine Nachfolger im Troß'. Ausserdem würden diese Ereignisse seiner Ehre leider abfordern, den Gästen aus der Föderation Einblick in Angelegenheiten seines Hauses gewähren zu müssen. Angelegenheiten, die er Gästen aus der Föderation am allerwenigsten offenlegen wollte.

    "Nun, es wurde in der Tat eine meiner Sklavinnen tot aufgefunden." antwortete Khaiell. "Und ich schließe auch nicht aus, daß es einen Zusammenhang gibt........Allerdings hat diese Sklavin bisher in keinerlei negativer Weise auf sich aufmerksam gemacht."

    Charlies Gesicht drückte Unzufriedenheit aus. Ich teilte sie und hatte unwillkürlich das Gefühl, daß der alte Senator uns etwas verschwieg. "Welchen Grund könnte sie gehabt haben, einen Mord zu begehen. Oder......sagen wir, sich zum Handlanger eines Mörders machen zu lassen?" wagte ich einen Vorstoß. "Könnte es sein, daß sie Beziehungen zu den Vaharan hatte?"

    "Das ist ausgeschlossen." antwortete Khaiell eine Spur zu schnell, was mich noch mißtrauischer machte. Hat ER etwas mit dem Attentat zu tun?! "Die Mitglieder meines Hausstandes sind alle überprüft und loyal. Ich wüßte ...keinen Grund, warum sie etwas derartiges tun sollte. Eine solche Tat bringt Schande über mein Haus, und über sie selbst, weil sie mir gedient hat."

    "Das ist auch nicht die Handschrift der Vaharan." warf meine Cousine ein. "Der Raketenbeschuß kurz nach dem Empfang, das ist es, wie die Vaharan und ihresgleichen Terror verbreiten. Die Nherri sind zu .....subtil für sie."

    Ich entsann mich an das, was ich über diese Gruppe radikaler Terroristen bereits aus Föderationsquellen wusste und was mir Sareth t'Drevoux auf dem Weg hierher gestern berichtet hatte, und musste ihr recht geben. Das war nicht die Art, wie militante Fanatiker vorgingen! Ich bemerkte, wie meine Cousine einen raschen Blick mit ihrem Gemahl wechselte. Er nickte kaum merklich, und sie wandte sich mir wieder zu.
    "Es sieht eher nach der Tat eines.....persönlichen Feindes unserer Familie aus, Riov Sareth."

    "Ein persönlicher Feind?"

    Sie nickte. "Senator Kovar tr'Strobar. Ich weiss, daß er Nherri züchtet, in seiner Nähe sollen sie sogar so zahm wie Schmetterlinge sein. Und es wäre nicht das erste mal, das er versucht, meiner Familie oder der Familie meines Mannes, zu schaden, unsere --" Sie besann sich im letzten Moment, daß diese Interna wohl doch zu viel preisgäben, und begnügte sich mit einem "-- politischen Ambitionen zu durchkreuzen."

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